Infrarotheizung: was sie kann, was sie kostet – und wann sie ein Fehler ist
Kurz gesagt: Eine Infrarotheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme – mehr ist physikalisch nicht möglich. Die Kilowattstunde Wärme kostet damit rund 37 Cent. Zum Vergleich: mit Gas rund 12 Cent, mit einer Split-Klimaanlage 6 bis 9 Cent. Als Hauptheizung ist die Infrarotheizung deshalb fast immer die teuerste Lösung am Markt. Es gibt aber vier Situationen, in denen sie trotzdem die richtige Wahl ist – und die nennen wir hier genauso deutlich.
Diese Seite verkauft keine Infrarotheizungen. Wir rechnen mit denselben Strom- und Gaspreisen wie auf allen anderen Seiten von Temperaturheld, und wir prüfen die Werbeversprechen der Hersteller einzeln nach.
- 1 kWh Strom ergibt 1 kWh Wärme. Ein besserer Wirkungsgrad ist nicht möglich.
- Wärmekosten je kWh: Infrarot 37,0 ct · Gas 12,3 ct · Split-Klimaanlage 6,0–9,3 ct.
- Günstig in der Anschaffung (3.000–6.000 € für 100 m²), teuer im Betrieb.
- Keine Förderung – Stromdirektheizungen sind von der Heizungsförderung ausgeschlossen.
- Sinnvoll im Bad, in selten genutzten Räumen, im sehr gut gedämmten Haus und zur Miete.
- Ein Fehler als Hauptheizung im Altbau – dort kostet sie das Drei- bis Sechsfache.
Was eine Kilowattstunde Wärme wirklich kostet
Der Vergleich von Heizungen scheitert meistens daran, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden: Strompreis gegen Gaspreis. Sinnvoll ist nur ein Vergleich der Kosten je Kilowattstunde Wärme, die im Raum ankommt. Dafür teilt man den Energiepreis durch den Wirkungsgrad beziehungsweise die Jahresarbeitszahl.
| Heizung | Energiepreis | Wirkungsgrad / JAZ | Kosten je kWh Wärme |
|---|---|---|---|
| Infrarotheizung | 37,0 ct/kWh Strom | 1,0 | 37,0 ct |
| Heizlüfter, Ölradiator, Konvektor | 37,0 ct/kWh Strom | 1,0 | 37,0 ct |
| Heizöl | 13,5 ct/kWh | 0,88 | 15,3 ct |
| Erdgas | 11,1 ct/kWh | 0,90 | 12,3 ct |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe (Haushaltsstrom) | 37,0 ct/kWh | JAZ 3,4 | 10,9 ct |
| Split-Klimaanlage (Haushaltsstrom) | 37,0 ct/kWh | SCOP 4,0 | 9,3 ct |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe (Wärmepumpentarif) | 24,0 ct/kWh | JAZ 3,4 | 7,1 ct |
| Split-Klimaanlage (Wärmepumpentarif) | 24,0 ct/kWh | SCOP 4,0 | 6,0 ct |
Preisannahmen von Temperaturheld, Stand August 2026: Haushaltsstrom 37,0 ct/kWh und Erdgas 11,1 ct/kWh nach BDEW-Preisanalyse vom 15.04.2026, Wärmepumpentarif 24 ct/kWh nach Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW, Heizöl 13,5 ct/kWh nach Tecson/esyoil. Jahresarbeitszahl 3,4 aus der Fraunhofer-ISE-Feldmessung, SCOP 4,0 als konservativer Datenblattwert gängiger Split-Geräte.
Die Spanne ist keine Feinheit, sondern der ganze Punkt: Wärme aus einer Infrarotheizung kostet das Drei- bis Sechsfache der Alternativen. Kein Bedienungstrick und kein Steuerungszubehör ändert daran etwas, weil die Ursache in der Physik liegt und nicht im Gerät.
Was das übers Jahr ausmacht
Zwei Rechenbeispiele mit demselben Wärmebedarf, den deine bisherige Heizung schon heute deckt. Den Wert findest du auf deiner letzten Heizkostenabrechnung.
| Gebäude | Wärmebedarf | Infrarot | Gas | Split-Klimaanlage |
|---|---|---|---|---|
| Wohnung 100 m², teilsaniert | 10.000 kWh/Jahr | 3.700 € | 1.230 € | 600–930 € |
| Neubau 100 m², sehr gut gedämmt | 3.000 kWh/Jahr | 1.110 € | 370 € | 180–279 € |
In der teilsanierten Wohnung zahlst du mit Infrarot rund 2.500 € mehr pro Jahr als mit Gas und rund 2.800 € mehr als mit einer Split-Klimaanlage. Über zehn Jahre sind das 25.000 bis 28.000 € – ein Vielfaches dessen, was die Wärmepumpe in der Anschaffung teurer gewesen wäre.
Im gut gedämmten Neubau schrumpft der Abstand auf 700 bis 900 € im Jahr. Genau dort beginnt der Bereich, in dem eine Infrarotheizung rechnerisch mithalten kann – dazu unten mehr.
Die Stiftung Warentest kam 2023 zu einem ähnlichen Bild: Für 100 m² mit acht Betriebsstunden täglich errechnete sie rund 11.680 kWh Strom im Jahr und damit etwa das Doppelte der Kosten einer Gasheizung. Die dort verwendeten 40 ct/kWh liegen nah an unserem heutigen Ansatz.
„100 Prozent Wirkungsgrad" – warum das kein Sparargument ist
Fast jeder Herstellerprospekt wirbt damit, dass eine Infrarotheizung Strom „zu 100 Prozent in Wärme umwandelt". Das stimmt sogar. Nur ist es kein Vorteil, sondern die Obergrenze.
Die Stiftung Warentest bringt es auf den Punkt: Der Wirkungsgrad einer elektrischen Heizung kann niemals größer als 100 Prozent sein.
Jeder Heizlüfter, jeder Ölradiator und jede Herdplatte erreicht denselben Wert. Ein Wärmepumpengerät dagegen erzeugt keine Wärme, sondern transportiert vorhandene Umweltwärme ins Haus. Deshalb kommt es auf 300 bis 450 Prozent – ein Wert, den ein Heizdraht prinzipiell nicht erreichen kann.
Fünf Werbeversprechen im Faktencheck
| Versprechen | Was daran stimmt | Was nicht stimmt |
|---|---|---|
| „Strahlungswärme erlaubt 2–3 °C niedrigere Raumtemperatur" | Der Effekt ist real. Das Wärmeempfinden richtet sich nach der operativen Temperatur – dem Mittel aus Luft- und Strahlungstemperatur. Warme Flächen können kühlere Luft ein Stück weit ausgleichen. | Der Spareffekt liegt bei etwa 6 % Heizenergie je Grad. Selbst 3 °C weniger bringen rund 18 % – das schließt eine Kostenlücke von 300 % nicht. |
| „Die Wände speichern die Wärme und geben sie ab" | Massive Wände speichern tatsächlich Wärme und strahlen sie zurück. Die Temperatur bleibt dadurch gleichmäßiger. | Gespeichert wird nur, was vorher hineingeheizt wurde. Ein Speicher verschiebt Wärme zeitlich, er erzeugt keine. Der Jahresverbrauch sinkt dadurch nicht. |
| „Infrarot heizt trockene Wände und beugt Schimmel vor" | Warme Wandoberflächen liegen weiter über dem Taupunkt. An einer punktuell bestrahlten Wand kann das helfen. | Die Ursache – fehlende Dämmung, Wärmebrücke, falsches Lüften – bleibt. Wer Schimmel mit Strom bekämpft, zahlt dauerhaft für ein Bauproblem. |
| „Günstiger als eine Wärmepumpe" | In der Anschaffung stimmt das klar: 3.000–6.000 € gegen 30.000–45.000 € für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe. | Im Betrieb kehrt sich das um. Bei 10.000 kWh Wärmebedarf ist die Differenz nach etwa zehn Jahren aufgebraucht – ohne Förderung gerechnet. |
| „Wartungsfrei und damit günstiger" | Richtig, es gibt keinen Brenner, keinen Schornsteinfeger und keine Kältemittelprüfung. | Die eingesparten 150–300 € Wartung im Jahr stehen gegen 2.500 € Mehrkosten beim Strom. Der Posten fällt nicht ins Gewicht. |
Ist eine Infrarotheizung gesundheitsschädlich?
Zu kaum einem Heizungsthema kursieren so viele Ängste. Die sachliche Einordnung stammt vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
- Infrarotstrahlung ist nicht ionisierend. Das BfS führt sie unter „optische Strahlung". Eine Einstufung als krebserregend gibt es nicht – anders als bei UV-Strahlung. Der Wirkmechanismus ist rein thermisch: Moleküle werden in Schwingung versetzt, das ergibt Wärme.
- Die Wellenlänge entscheidet. Kurzwelliges IR-A dringt bis in die Unterhaut und im Auge bis zur Netzhaut vor. IR-B und IR-C werden nach Angaben des BfS weitestgehend schon in der Oberhaut absorbiert. Heizpaneele für Wohnräume arbeiten mit vergleichsweise niedrigen Oberflächentemperaturen und strahlen daher überwiegend langwellig – also IR-C.
- Risiken entstehen durch Intensität und Nähe. Das BfS beschreibt bei starker Bestrahlung Störungen im Wärmehaushalt bis hin zum Hitzschlag sowie – bei intensiven IR-A-Quellen – Schäden an der Netzhaut und langfristig an der Augenlinse. Das betrifft Arbeitsplätze an Schmelzöfen und starke Wärmestrahler, nicht ein Wandpaneel im Wohnzimmer.
Praktisch heißt das: Den vom Hersteller angegebenen Mindestabstand einhalten, Paneele nicht direkt auf Kopfhöhe dauerbestrahlen lassen und Deckenmontage über Sitzplätzen vermeiden. Wer dicht neben einem Paneel sitzt, empfindet die Wärme schnell als unangenehm trocken – das ist ein Komfortproblem, kein Strahlenrisiko.
Die vier Fälle, in denen eine Infrarotheizung die richtige Wahl ist
Alles bisher Gesagte spricht gegen die Infrarotheizung als Hauptheizung. Es gibt aber Situationen, in denen genau ihre Schwäche – hohe Betriebskosten bei niedrigen Anschaffungskosten – zum Vorteil wird: nämlich immer dann, wenn wenige Betriebsstunden zusammenkommen.
| Fall | Warum es hier passt |
|---|---|
| 1. Das Bad als Zusatzheizung | 30 bis 60 Minuten am Tag, dafür sofort spürbare Wärme ohne Vorlaufzeit. Ein 600-W-Paneel kostet bei drei Stunden täglich rund 20 € im Monat. Eine eigene Heizungserweiterung wäre teurer. |
| 2. Selten genutzte Räume | Gästezimmer, Hobbyraum, Werkstatt, Ferienhaus. Bei wenigen Wochen Nutzung im Jahr amortisiert sich keine Wärmepumpe – die Anschaffung dominiert, nicht der Verbrauch. |
| 3. Sehr gut gedämmte Gebäude | Bei 3.000 kWh Wärmebedarf im Jahr beträgt der Kostennachteil gegenüber einer Split-Klimaanlage nur noch 700 bis 900 €. Gegen 15.000 € Mehrinvestition gerechnet, kann Infrarot über die Lebensdauer aufgehen – vor allem mit eigener Photovoltaik. |
| 4. Mietwohnung oder Übergangslösung | Kein Eingriff in die Bausubstanz, keine Zustimmung des Vermieters für eine feste Anlage nötig, beim Auszug mitnehmbar. Als Ergänzung in einem einzelnen zu kalten Raum oft die einzige praktikable Lösung. |
Die Gemeinsamkeit: In allen vier Fällen geht es um wenige Kilowattstunden im Jahr. Sobald ein Raum täglich viele Stunden beheizt wird, kippt die Rechnung – und zwar deutlich.
Wann sie ein teurer Fehler ist
- Als Hauptheizung im Altbau. Der Fall mit dem höchsten Verlust: hoher Wärmebedarf trifft auf den teuersten Wärmepreis. Hier entstehen die 3.000-€-Rechnungen, von denen Betroffene in Foren berichten.
- Als „Ersatz" für eine defekte Heizung. Die schnelle Notlösung wird zur Dauerlösung, weil die Investition ausbleibt. Die Stiftung Warentest ordnet Infrarotheizungen ausdrücklich als Notlösung ein, etwa bei vorübergehendem Ausfall der Gasversorgung.
- Weil ein Verkäufer Ersparnis gegenüber Gas verspricht. Diese Aussage ist bei den heutigen Preisen nicht haltbar. Lass dir die Rechnung in Cent je Kilowattstunde Wärme geben – nicht in Cent je Kilowattstunde Energie.
- In Kombination mit einer schlechten Gebäudehülle. Jede nicht gedämmte Fläche wird bei 37 ct je Kilowattstunde besonders teuer bezahlt. Dämmung rechnet sich hier schneller als bei jeder anderen Heizung.
Was rechtlich gilt – und warum es keine Förderung gibt
Die 65-Prozent-Regel ist abgeschafft. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist, entfällt die Pflicht, dass eine neue Heizung zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden muss. Das Gesetz setzt stattdessen auf Technologieoffenheit.
Die Bindung an den Dämmstandard bleibt der Sache nach bestehen. Bis zum GModG regelte § 71d des Gebäudeenergiegesetzes, dass eine Stromdirektheizung nur zulässig ist, wenn das Gebäude die Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz deutlich unterschreitet: um mindestens 45 % im Neubau und um mindestens 30 % im Bestand ohne vorhandene Warmwasserheizung. Ausgenommen waren unter anderem selbstgenutzte Wohngebäude mit höchstens zwei Wohnungen sowie der Austausch einzelner vorhandener Einzelraum-Stromdirektheizungen.
Förderung gibt es nicht. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie und den Anschluss an ein Wärmenetz. Stromdirektheizungen gehören nicht dazu. Wer den Zuschuss nutzen will, landet zwangsläufig bei einer Wärmepumpe – und dazu zählt auch die Luft-Luft-Wärmepumpe, wenn sie die technischen Anforderungen erfüllt. Was aktuell gefördert wird, steht in unserer Übersicht zur Förderung 2026.
Anschaffung, Leistung und Stromverbrauch
Die Anschaffung ist der einzige Punkt, an dem die Infrarotheizung klar gewinnt.
| Position | Richtwert |
|---|---|
| Einzelnes Paneel | 65 bis 650 € je nach Größe, Ausführung und Leistung |
| Komplettausstattung 100 m² | 3.000 bis 6.000 € |
| Leistungsbedarf Neubau | 40 bis 70 W je m² |
| Leistungsbedarf Altbau | 60 bis 100 W je m² |
| Montage | meist selbst möglich, Steckdose genügt; Festanschluss durch Elektriker |
Richtwerte nach ADAC, Ratgeber Infrarotheizung, Stand 02.09.2025.
So rechnest du deinen Verbrauch selbst aus: Leistung in Kilowatt × tatsächliche Betriebsstunden × Strompreis. Ein 1.000-W-Paneel, das an 180 Heiztagen jeweils 5 Stunden läuft, verbraucht 900 kWh und kostet bei 37 ct rund 333 € im Jahr – für einen einzigen Raum.
Wichtig: Ein Thermostat schaltet das Paneel ab, sobald die Solltemperatur erreicht ist. Die reale Einschaltdauer liegt deshalb unter der Nutzungsdauer des Raums – in gut gedämmten Räumen deutlich, in schlecht gedämmten kaum.
Infrarotheizung, Heizlüfter oder Ölradiator?
Alle drei sind Stromdirektheizungen und kosten deshalb exakt dasselbe pro Kilowattstunde Wärme. Der Unterschied liegt nicht im Preis, sondern im Verhalten.
| Gerät | Typische Leistung | Kosten je Stunde | Charakter |
|---|---|---|---|
| Infrarotpaneel | 600–1.000 W | 0,22–0,37 € | Strahlungswärme, wirkt sofort auf Personen und Flächen, leise |
| Heizlüfter | 2.000 W | 0,74 € | heizt die Luft schnell auf, laut, kein Speichereffekt |
| Ölradiator | 1.500–2.500 W | 0,56–0,93 € | träge, hält nach dem Abschalten nach, leise |
Die Warnungen vor Heizlüftern aus dem Winter 2022 stammen aus der damaligen Gasmangellage und betrafen die Belastung der Stromnetze bei gleichzeitigem Betrieb sehr vieler Geräte. Als historischer Kontext bleibt das richtig – für die Frage, welches Gerät du in einem einzelnen Raum betreibst, ist es heute nicht entscheidend.
Einzelne Räume heizen: was wann passt
Die ehrlichste Entscheidungshilfe ist nicht die Gerätetechnik, sondern die Frage: Wie viele Stunden im Jahr läuft das Ding?
| Raum und Nutzung | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Bad, 30–60 Min. am Tag | Infrarotpaneel | kurze Nutzung, Strahlungswärme ohne Vorlaufzeit |
| Gästezimmer, wenige Wochen im Jahr | Infrarotpaneel | Investition in eine Wärmepumpe amortisiert nicht |
| Werkstatt oder Garage, gelegentlich | Infrarot / Dunkelstrahler | wärmt Personen und Flächen, ohne den ganzen Raum aufzuheizen |
| Homeoffice, 6–8 Stunden täglich | Split-Klimaanlage | hohe Betriebsstunden, kühlt im Sommer mit |
| Wohnzimmer, täglich beheizt | Split-Klimaanlage oder Wärmepumpe | größter Kostenhebel im ganzen Haus |
| Wintergarten oder Dachgeschoss | Split-Klimaanlage | hohe Heiz- und Kühllast, Infrarot wird hier sehr teuer |
Die Alternative für Räume, die du täglich nutzt
Wenn ein Raum viele Betriebsstunden sammelt, führt der Weg zu einer Luft-Luft-Wärmepumpe – also einer ganz gewöhnlichen Split-Klimaanlage mit Heizfunktion. Sie kostet in der Anschaffung deutlich mehr als ein Paneel, aber weniger als jede wasserführende Wärmepumpe, und sie braucht keinen Eingriff in den Heizkreis.
| Infrarotpaneel | Split-Klimaanlage (ein Raum) | |
|---|---|---|
| Anschaffung inkl. Montage | 150–650 € | 1.800–3.500 € |
| Kosten je kWh Wärme | 37,0 ct | 6,0–9,3 ct |
| Kühlen im Sommer | nein | ja |
| Förderfähig | nein | möglich, wenn die Heizfunktion die Anforderungen erfüllt |
| Aufwand | aufhängen, einstecken | Fachbetrieb, Wanddurchführung, Außengerät |
Bei 3.000 kWh Wärme im Jahr spart die Split-Anlage gegenüber Infrarot rund 830 bis 930 € jährlich. Die Mehrinvestition von etwa 2.500 € ist damit nach drei Jahren zurückverdient – und das Gerät kühlt im Sommer zusätzlich.
Wie das im Detail funktioniert, was bei Minusgraden passiert und worauf du beim Kauf achten musst, steht in unseren Ratgebern Klimaanlage als Heizung und Mit der Split-Klimaanlage heizen. Wenn du gerade grundsätzlich über die Heizung nachdenkst, hilft der Überblick Heizen mit Klimaanlage und Wärmepumpe weiter – dort steht auch ein Rechner, der deine Heizkosten gegen Gas stellt.
Was jetzt zu tun ist
- Schritt 1: Wärmebedarf des Raums oder der Wohnung aus der letzten Heizkostenabrechnung ablesen.
- Schritt 2: Mit 0,37 € multiplizieren. Das ist deine Jahresrechnung mit Infrarot – ohne Beschönigung.
- Schritt 3: Liegt der Betrag über etwa 500 €, lohnt der Vergleich mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe.
- Schritt 4: Geht es um ein ganzes Haus, prüfe zuerst, ob eine Wärmepumpe möglich ist – der 55-Grad-Test beantwortet das in ein bis drei Tagen, ohne dass ein Handwerker kommt.
- Schritt 5: Erst wenn all das nicht passt, ist die Infrarotheizung die richtige Wahl – dann aber mit gutem Gewissen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Infrarotheizung im Monat?
Das hängt allein an Leistung und Laufzeit. Ein 600-W-Paneel im Bad, drei Stunden am Tag, kostet bei 37 ct/kWh rund 20 € im Monat. Eine komplette 100-m²-Wohnung mit 10.000 kWh Wärmebedarf kommt auf etwa 3.700 € im Jahr, verteilt auf sieben Heizmonate also rund 530 € monatlich.
Ist eine Infrarotheizung billiger als eine Gasheizung?
Im Betrieb nein. Die Kilowattstunde Wärme kostet mit Infrarot rund 37 Cent, mit Gas rund 12,3 Cent bei 11,1 ct/kWh und 90 % Nutzungsgrad. Das ist etwa das Dreifache. In der Anschaffung ist die Infrarotheizung dagegen deutlich günstiger – bei geringer Nutzung kann sie deshalb trotzdem die wirtschaftlichere Lösung sein.
Ist eine Infrarotheizung gesundheitsschädlich oder krebserregend?
Nein. Infrarotstrahlung ist nach Einordnung des Bundesamts für Strahlenschutz nicht ionisierende optische Strahlung; eine Einstufung als krebserregend gibt es nicht. Heizpaneele für Wohnräume strahlen überwiegend langwellig, diese Anteile werden weitestgehend schon in der Oberhaut absorbiert. Risiken beschreibt das BfS für intensive Quellen und große Nähe – halte deshalb den Mindestabstand des Herstellers ein.
Wird eine Infrarotheizung gefördert?
Nein. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst Wärmepumpen, Biomasseheizungen, Solarthermie und Wärmenetzanschlüsse. Stromdirektheizungen sind ausgeschlossen. Auch der Steuerbonus für energetische Sanierung greift für sie nicht.
Wie viel Watt brauche ich pro Quadratmeter?
Als Richtwert 40 bis 70 W je m² im Neubau und 60 bis 100 W je m² im Altbau. Entscheidend sind Dämmstandard, Raumhöhe, Fensterflächen und Außenwandanteil. Ein Eckzimmer im Erdgeschoss braucht deutlich mehr als ein Innenzimmer.
Ist eine Infrarotheizung als alleinige Heizung überhaupt erlaubt?
Als Zusatzheizung neben einer bestehenden Heizung immer. Als alleinige Heizung eines Gebäudes war sie nach § 71d GEG an einen sehr guten Wärmeschutz gebunden – mindestens 45 % unter dem Neubaustandard, mindestens 30 % im Bestand ohne Warmwasserheizung, mit Ausnahmen für selbstgenutzte Häuser mit bis zu zwei Wohnungen. Wie das Gebäudemodernisierungsgesetz vom 29.07.2026 diese Anforderung fortschreibt, ist noch nicht eindeutig dokumentiert; kläre den Einzelfall mit einem Energieberater.
Wann lohnt sich eine Infrarotheizung wirklich?
Immer dann, wenn wenige Betriebsstunden im Jahr zusammenkommen: im Bad, in selten genutzten Räumen, in Werkstatt oder Ferienhaus, in sehr gut gedämmten Gebäuden mit kleinem Wärmebedarf und als mitnehmbare Lösung zur Miete. Sobald ein Raum täglich mehrere Stunden beheizt wird, ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe deutlich günstiger.