StartHeizen & Wärmepumpe › Wärmepumpe im Altbau
Ratgeber · Heizen

Wärmepumpe im Altbau: geht das — und was kostet es wirklich?

Kurz gesagt: In den allermeisten Altbauten funktioniert eine Wärmepumpe. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die Vorlauftemperatur, die dein Haus an kalten Tagen braucht. Bleibt sie unter etwa 55 °C, arbeitet die Wärmepumpe wirtschaftlich. Ob das bei dir so ist, kannst du in drei Tagen selbst herausfinden – ohne dass ein Handwerker kommt.

Die Zahlen dieser Seite stammen aus Feldmessungen und Herstellerdatenblättern, nicht aus Werbeprospekten. Wo sich Quellen widersprechen – vor allem bei den Kosten – sagen wir das und lösen den Widerspruch auf.

Das Wichtigste in Kürze
  • Nicht das Baujahr entscheidet, sondern die nötige Vorlauftemperatur.
  • Der 55-Grad-Test zeigt dir das selbst – in 24 bis 72 Stunden.
  • Im Feld gemessen: Jahresarbeitszahl 3,4 bei Luft-Wasser-Wärmepumpen im Bestand.
  • Realistische Kosten: 30.000–45.000 € vor Förderung, nicht 12.000 €.
  • Der Wärmepumpentarif entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, nicht die Technik.

Der 55-Grad-Test: die einzige Prüfung, die du selbst machen kannst

Bevor du ein Angebot einholst, kannst du die wichtigste Frage selbst beantworten. Der Test stammt vom Informationsprogramm Zukunft Altbau der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und funktioniert mit deiner vorhandenen Gas- oder Ölheizung.

SchrittWas du tust
1Warte einen richtig kalten Tag ab – je näher an der Auslegungstemperatur, desto aussagekräftiger.
2Stelle die Vorlauftemperatur am Heizkessel auf 50 bis 55 °C herunter.
3Drehe alle Thermostatventile auf Stufe 3 (rund 20 °C).
4Schalte die Nachtabsenkung aus.
5Warte 24 bis 72 Stunden. Länger musst du nicht warten.

Das Ergebnis: Werden alle Räume in dieser Zeit ausreichend warm, ist dein Haus wärmepumpentauglich – ohne jede Sanierung. Bleibt ein Raum kalt, ist noch nichts verloren: meist liegt es an einzelnen unterdimensionierten Heizkörpern, nicht am ganzen Gebäude.

Zusatzkriterium: Bei Außentemperaturen um 0 °C sollte die Vorlauftemperatur etwa 45 °C nicht übersteigen. Wenn du eine moderne Heizungsregelung hast, kannst du diesen Wert einfach ablesen, statt zu testen.

Warum ausgerechnet dieser Test? Weil er die tatsächliche Heizkreistemperatur misst. Das Fraunhofer ISE hat in seinen Feldmessungen gezeigt, dass genau diese Größe über die Effizienz entscheidet – nicht die Auslegungstemperatur, die im Planungsdokument von 1975 steht.

Was die Feldmessung zeigt – und was sie widerlegt

Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „Wärmepumpen-Qualitätssicherung im Bestand" 77 Anlagen über mehrere Jahre im Sekundentakt vermessen. Die Gebäude stammen aus den Baujahren 1826 bis 2015, 83 % wurden vor 1995 gebaut. Das sind echte Altbauten, keine Neubau-Musterhäuser.

KennwertLuft-WasserErdreich
Anlagen6116
Jahresarbeitszahl im Mittel3,44,3
Spanne2,6 – 4,93,6 – 5,4
Anteil Heizstab an der Stromaufnahme1,3 %nahe 0 %

Fraunhofer ISE, Projekt „WP-QS im Bestand", Auswertejahr 2024. Wärmeübergabe: rund ein Viertel der Gebäude ausschließlich mit Heizkörpern, ein Viertel mit Fußbodenheizung, die Hälfte gemischt.

Drei Befunde daraus sind für dich wichtig:

Ehrliche Einordnung: Die untersuchten Gebäude sind überdurchschnittlich gut saniert – 95 % hatten neue Fenster, 82 % ein gedämmtes Dach. Der Bundesdurchschnitt liegt bei den Dächern bei 59 %. Die Stichprobe ist also nicht repräsentativ für jeden Altbau. Für ein unsaniertes Haus mit einfachverglasten Fenstern sind diese Werte zu optimistisch.

Vorlauftemperatur: der eine Hebel, der über alles entscheidet

Jedes Grad weniger Vorlauftemperatur macht die Wärmepumpe effizienter. Wie stark, steht in den Herstellerdatenblättern – dort wird der Jahres-Wirkungsgrad SCOP für 35 °C und 55 °C getrennt ausgewiesen.

GerätSCOP bei 35 °CSCOP bei 55 °CVerlust
Daikin Altherma 3 H HT4,51 – 4,813,57 – 3,63−21 bis −25 %
Vaillant aroTHERM plus4,83 – 5,133,62 – 3,86−25 %

Herstellerdatenblätter, deklarierte Werte nach EN 14825, durchschnittliche Klimazone. Beide Geräte fallen von Effizienzklasse A+++ (35 °C) auf A++ (55 °C).

Zwischen Fußbodenheizung und klassischen Heizkörpern liegen also rund 20 bis 25 % Effizienz. Für dieselbe Wärmemenge brauchst du bei 55 °C etwa ein Viertel bis ein Drittel mehr Strom. Das ist spürbar – aber es ist kein Ausschlusskriterium. Eine Wärmepumpe mit SCOP 3,6 ist immer noch dreieinhalbmal effizienter als jede Gasheizung.

Was du im Netz nicht glauben solltest: Die verbreitete Faustformel „jedes Grad weniger spart 2,5 % Strom" ist unbelegt und rechnerisch widersprüchlich – über 20 Kelvin ergäbe sie rund 40 % Ersparnis statt der gemessenen 20–25 %. Wir rechnen mit den Datenblattwerten.

Reichen meine Heizkörper?

Der gleiche Heizkörper gibt bei niedrigerer Vorlauftemperatur weniger Wärme ab. Beim Wechsel von der alten Auslegung 75/65 °C auf 55/45 °C liefert er nur noch etwa die Hälfte – rechnerisch bräuchte man die doppelte Fläche.

Das klingt dramatischer, als es ist. Heizkörper aus den 1970er- und 80er-Jahren wurden häufig großzügig dimensioniert, viele haben die Reserve also schon. Und laut Fraunhofer ISE lassen sich ausreichend dimensionierte Heizkörper mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie Flächenheizungen.

Entscheidend ist deshalb nicht „alle Heizkörper raus", sondern: welche einzelnen sind zu klein? Das ermittelt eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 – sie vergleicht für jeden Raum die vorhandene Heizkörperleistung mit dem tatsächlichen Bedarf. Kosten: rund 300 bis 1.000 €, für ein Einfamilienhaus meist um 500 €.

Wie wirkungsvoll dieser gezielte Ansatz ist, zeigt ein vom Umweltbundesamt dokumentiertes Projekt an einem Mehrfamilienhaus in Karlsruhe: Durch den Austausch von nur 7 % der Heizkörper sank die nötige Vorlauftemperatur von 75 auf 55 °C – die Jahresarbeitszahl stieg von 2,0 auf 2,8.

Was ein Heizkörpertausch kostet

PositionPreis je Stück
Niedertemperatur-Plattenheizkörper Typ 22 (120 × 60 cm)180 – 320 €
Niedertemperatur-Plattenheizkörper Typ 33 (180 × 60 cm)350 – 550 €
Spezieller Wärmepumpen-Heizkörper (120 × 60 cm)350 – 650 €
Montage120 – 250 €

Marktpreis-Orientierung aus Vergleichsportalen, keine amtliche Statistik – eine Primärquelle mit Einzelpreisen existiert nicht. Für ein Haus mit 120 m² und acht Heizkörpern landet man bei rund 5.500 €, wenn wirklich alle getauscht werden. Meist sind es deutlich weniger.

Eine dritte Möglichkeit sind Ventilatorkonvektoren: Heizkörper mit leisem Gebläse, die schon bei 35 °C Vorlauf ausreichend Wärme abgeben. Einzelgeräte kosten 200 bis 1.000 €, auf niedriger Stufe liegen sie bei etwa 25 dB(A). Ihr Zusatznutzen: Mit einer reversiblen Wärmepumpe kühlen sie im Sommer – schneller und wirksamer als eine Fußbodenheizung, weil sie auch entfeuchten.

Hochtemperatur-Wärmepumpe: Lösung oder teure Ausrede?

Wenn dein Haus wirklich 65 oder 70 °C braucht, gibt es Geräte dafür. Die Daikin Altherma 3 H HT erreicht 70 °C, die Vaillant aroTHERM plus mit Propan sogar 75 °C.

Der Preis dafür steht nicht auf dem Datenblatt, sondern in der Stromrechnung. Das Umweltbundesamt beziffert den Unterschied so: Bei 55 °C Vorlauf liegt die Jahresarbeitszahl bei 2,8, bei 70 °C nur noch bei 2,3. Das sind rund 22 % mehr Strom für dieselbe Wärme – dauerhaft, jedes Jahr.

Die ehrliche Empfehlung: Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe ist sinnvoll, wenn der Heizkörpertausch baulich nicht geht – etwa bei denkmalgeschützten Gebäuden oder in vermieteten Wohnungen. Sie ist die teure Lösung, wenn man sie wählt, um sich die Heizlastberechnung zu sparen. Der Austausch weniger kritischer Heizkörper kostet einmalig ein paar tausend Euro. Ein um 0,5 schlechterer Wirkungsgrad kostet dich zwanzig Jahre lang jeden Winter Geld.

Was es wirklich kostet – und warum die Zahlen so weit auseinandergehen

Hier wird es unübersichtlich. Je nach Quelle kostet dieselbe Wärmepumpe 12.000 € oder 45.000 €. Beide Zahlen stimmen – sie beschreiben nur nicht dasselbe.

ZahlWas sie tatsächlich umfasstQuelle
8.000 – 20.000 €nur das GerätADAC
12.000 – 25.000 €Gerät plus einfache Montage, unkomplizierter Eins-zu-eins-Tauschdiverse Ratgeber
~30.000 €Marktdurchschnitt aller 2025 installierten AnlagenBWP-Branchenstudie 2026
36.000 €kompletter Heizungstausch inkl. Entsorgung der Altanlage und betriebsfertigem Anschluss – aber ohne Heizflächen und HeizleitungenVerbraucherzentrale, Erhebung 2026
20.000 – 50.000 €Gesamtspanne Einfamilienhaus inklusive Altbau-AnpassungADAC

Der Schlüssel liegt in der Fußnote der Verbraucherzentrale: Ihre 36.000 € enthalten Demontage und Entsorgung der alten Heizung und den betriebsfertigen Anschluss – aber ausdrücklich keine neuen Heizflächen und Heizleitungen. Genau die Position also, die im Altbau zusätzlich anfällt.

Zwei unabhängige Erhebungen – Verbraucherzentrale mit 36.000 €, Branchenverband mit rund 30.000 € – liegen im selben Bereich. Die oft zitierten 12.000 bis 25.000 € sind mit beiden nicht vereinbar.

Realistisch für einen Altbau mit Heizkörpern: rund 30.000 bis 45.000 € brutto vor Förderung – die 36.000 € als Mittelwert, plus gegebenenfalls den Tausch einzelner Heizkörper. Wenn dir jemand 18.000 € anbietet, ist das kein Schnäppchen, sondern ein Anlass zur Nachfrage, was im Angebot fehlt.

Rechnet es sich? Eine Beispielrechnung zum Nachrechnen

Einfamilienhaus, 150 m², Wärmebedarf 20.000 kWh im Jahr (Heizung und Warmwasser). Gerechnet mit den Preisen aus unserem Stromrechner und der im Feld gemessenen Jahresarbeitszahl von 3,4.

GasheizungWärmepumpe, WärmepumpentarifWärmepumpe, Haushaltsstrom
Energiepreis11,1 ct/kWh24 ct/kWh37 ct/kWh
Verbrauch22.200 kWh Gas5.880 kWh Strom
Kosten pro Jahr2.470 €1.410 €2.180 €
Ersparnis gegenüber Gas1.060 € (43 %)290 € (12 %)

Eigene Beispielrechnung. Gaspreis 11,1 ct/kWh und Haushaltsstrom 37,0 ct/kWh nach BDEW-Analyse, Stand 15.04.2026; Wärmepumpentarif 24 ct/kWh nach Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW. Gas-Nutzungsgrad 90 %, Jahresarbeitszahl 3,4 nach Fraunhofer-Feldmessung.

Das Ergebnis ist die eigentliche Nachricht: Ob sich eine Wärmepumpe im Altbau rechnet, entscheidet nicht die Technik, sondern dein Stromtarif. Mit einem Wärmepumpentarif sparst du deutlich. Mit normalem Haushaltsstrom bleibt bei einer Jahresarbeitszahl von 3,4 kaum etwas übrig. Kläre deshalb vor dem Kauf, welchen Tarif dein Versorger anbietet und ob ein separater Zähler nötig ist.

Und die Investition?

PostenBetrag
Wärmepumpe inkl. Einbau36.000 €
Förderung (30 % Grund + 16 % Klimageschwindigkeit auf 28.000 € förderfähige Kosten)− 12.880 €
Eigenanteil23.120 €
Ersatzweise neue Gasheizung16.000 €
Mehrkosten gegenüber Gas7.120 €
Amortisation bei 1.060 € Ersparnis (Wärmepumpentarif)rund 7 Jahre
Amortisation bei 290 € Ersparnis (Haushaltsstrom)über 20 Jahre

Ohne Einkommensbonus gerechnet. Mit 30 % Einkommensbonus läge der Zuschuss bei 21.280 € und der Eigenanteil bei 14.720 €. Gaspreis für die neue Gasheizung: 16.000 € nach derselben Erhebung der Verbraucherzentrale. Steigende CO₂-Preise sind nicht eingerechnet – sie verschieben die Rechnung weiter zugunsten der Wärmepumpe.

Förderung: was seit dem 21. Juli 2026 gilt

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde zum 21. Juli 2026 reformiert. Viele Ratgeber im Netz rechnen noch mit den alten Sätzen.

Warum Warten teuer wird: Der Klimageschwindigkeits-Bonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und läuft zum 1. August 2028 aus. Auch die Obergrenze der förderfähigen Kosten sinkt ab Februar 2027 halbjährlich um 750 €. Alle Details auf unserer Förderseite.

Wenn es nicht passt: die Alternative, die kaum jemand nennt

Angenommen, der 55-Grad-Test geht schief. Oder die Heizlastberechnung zeigt, dass die halbe Wohnung neue Heizkörper braucht. Oder das Budget gibt 30.000 € einfach nicht her. Dann ist die Antwort nicht automatisch „dann eben weiter mit Gas".

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe – technisch eine Split-Klimaanlage – überträgt die Wärme direkt an die Raumluft. Sie braucht keinen Heizkreis, keine Vorlauftemperatur und keine neuen Heizkörper. Eine Single-Split-Anlage kostet 1.800 bis 3.500 € inklusive Montage.

Luft-WasserLuft-Luft (Split)
Investition30.000 – 45.000 €1.800 – 3.500 € je Raum
Braucht passende Heizkörperjanein
Macht Warmwasserjanein
Kühlt im Sommernur mit Zusatztechnikja, serienmäßig
Heizt das ganze Hausjanur die Räume mit Innengerät

Der ehrliche Haken steht in der Tabelle: eine Luft-Luft-Wärmepumpe macht kein Warmwasser. Dafür brauchst du eine separate Lösung. Und sie heizt nur dort, wo ein Innengerät hängt – Flur und Bad bleiben außen vor.

Sinnvoll ist sie deshalb vor allem in zwei Fällen: als Ergänzung zur bestehenden Heizung für die Räume, die täglich genutzt werden, oder als Komplettlösung in gut gedämmten kleineren Häusern und Wohnungen. Wie das praktisch funktioniert, steht unter Mit der Split-Klimaanlage heizen.

Die vier Fehler, die im Feld am meisten Effizienz kosten

Die Fraunhofer-Messungen zeigen nicht nur, dass Wärmepumpen im Altbau funktionieren – sie zeigen auch, woran es hakt, wenn sie es nicht tun.

Was das für dich heißt: Frag im Angebot nach der raumweisen Heizlastberechnung. Wer ohne sie ein Gerät auslegt, schätzt – und schätzt im Zweifel zu groß. Die Systemarbeitszahl liegt laut Fraunhofer im Mittel rund 15 % unter der Erzeugerarbeitszahl aus dem Datenblatt. Rechne also nie mit dem Prospektwert.

Was du jetzt tun solltest

SchrittWasKosten
155-Grad-Test am nächsten kalten Tag durchführen0 €
2Jahresverbrauch aus der letzten Gas- oder Ölrechnung heraussuchen0 €
3Beim Stromversorger nach einem Wärmepumpentarif fragen0 €
4Raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 beauftragen300 – 1.000 €
5Zwei bis drei Angebote von Fachbetrieben einholen – mit Heizlastberechnung als Grundlage0 €
6Förderantrag stellen – zwingend vor der Auftragsvergabe0 €

Die Reihenfolge ist kein Zufall. Die ersten drei Schritte kosten nichts und beantworten, ob sich das Thema überhaupt lohnt. Erst danach gibst du Geld aus.

Häufige Fragen

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Sanierung?

In vielen Fällen ja. Nach einer Untersuchung von Agora Energiewende, Öko-Institut und Fraunhofer ISE ermöglichen rund zwei Drittel aller Wohngebäude einen effizienten Wärmepumpenbetrieb ohne vorgeschaltete Sanierung. Entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur, nicht das Baujahr. Der 55-Grad-Test zeigt dir in ein bis drei Tagen, ob dein Haus dazugehört.

Geht eine Wärmepumpe auch ohne Fußbodenheizung?

Ja. In der Fraunhofer-Feldmessung wurde rund ein Viertel der Gebäude ausschließlich über Heizkörper beheizt, ein weiteres Viertel gemischt. Ausreichend große Heizkörper lassen sich mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie eine Fußbodenheizung. Meist reicht es, einzelne zu kleine Heizkörper zu tauschen.

Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau mit Einbau?

Realistisch 30.000 bis 45.000 € brutto vor Förderung. Die Verbraucherzentrale ermittelte 2026 einen Durchschnitt von 36.000 € für den kompletten Heizungstausch inklusive Entsorgung der Altanlage – allerdings ohne neue Heizflächen. Nach Förderung bleibt bei 46 % Fördersatz ein Eigenanteil von rund 23.000 €.

Welche Wärmepumpe eignet sich für den Altbau?

In den meisten Fällen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, weil sie den bestehenden Heizkreis weiternutzt und Warmwasser macht. Braucht das Haus dauerhaft mehr als 55 °C Vorlauf, kommt eine Hochtemperatur-Wärmepumpe mit bis zu 70 oder 75 °C infrage – allerdings mit spürbar schlechterer Jahresarbeitszahl. Passt beides nicht, ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe die günstige Alternative für einzelne Räume.

Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe im Altbau?

Teile deinen bisherigen Jahres-Wärmebedarf durch die Jahresarbeitszahl. Bei 20.000 kWh Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 3,4 sind das rund 5.900 kWh Strom im Jahr. Mit einem Wärmepumpentarif von 24 ct/kWh kostet das etwa 1.410 €, mit normalem Haushaltsstrom rund 2.180 €.

Muss ich alle Heizkörper tauschen?

In aller Regel nicht. Eine raumweise Heizlastberechnung zeigt, welche einzelnen Heizkörper zu klein sind. In einem vom Umweltbundesamt dokumentierten Projekt reichte der Austausch von 7 % der Heizkörper, um die Vorlauftemperatur von 75 auf 55 °C zu senken – die Jahresarbeitszahl stieg dadurch von 2,0 auf 2,8.

Läuft eine Wärmepumpe im Altbau nicht ständig auf dem Heizstab?

Nein. In der Fraunhofer-Feldmessung entfielen im Mittel nur 1,3 % der aufgenommenen elektrischen Arbeit auf den Heizstab. Die wenigen Ausreißer gingen auf Gerätestörungen oder falsch gesetzte Parameter zurück, nicht auf das Gebäude.

TH

Die Temperaturheld-Redaktion

Wir erklären Klimatechnik herstellerunabhängig, ehrlich und verständlich. Technik-, Energie- und Gesundheitsinhalte prüfen wir gegen offizielle Quellen; bei Gesundheitsthemen verweisen wir auf offizielle Stellen wie RKI und DWD. So recherchieren und bewerten wir.

Letzte Aktualisierung: 21.08.2026 · Angaben sind sorgfältig recherchierte Richtwerte und ersetzen keine individuelle, rechtliche bzw. ärztliche Beratung. Bei Gesundheitsfragen wende dich an Arzt oder offizielle Stellen.